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Was haben Google und Volvo gemeinsam?  Sie arbeiten seit drei Jahren weltweit an ähnlichen Projekten zu selbstfahrenden Fahrzeugen. Die Technik, die benötigt wird, befindet sich meist schon in den Fahrzeugen. Der Fahrer muss nichts mehr tun, als sich in den Wagen zu setzen, zu starten und sich zurückzulehnen. Automatisiertes Fahren schone die Umwelt und erhöhe zudem die Verkehrssicherheit.

Seit nun knapp drei Jahren arbeiten Teams bei Unternehmen wie Google oder Volvo an Techniken zum automatisierten Fahren. Google arbeitet an selbstfahrenden Fahrzeugen, wo Steuer, Gas und Bremse komplett dem Computer überlassen werden können. Knapp 500.000 km wurden so bereits abgespult und das Ganze erwies sich als zuverlässig und fehlerfrei. Die Autos sind mit Kameras und Lasern ausgestattet, die die Augen des Fahrzeugs sind. Diese Autos sind auch für Personen geeignet, die aufgrund ihrer Behinderung, nicht zur Fahrzeugführung berechtigt sind.

Das Projekt SARTRE wurde 2009 von der EU initiiert und wird seither finanziell gefördert. SARTRE steht für Safe Road Trains fort he Environment und ist ein Programm, das eine Kolonne von bis zu sechs Fahrzeugen kontrollieren kann. Das Führungsfahrzeug (LKW) wird manuell von einem extra geschulten Fahrer gefahren, mitfahrende Fahrzeuge (PKW wie LKW) können sich via Wireless Communication an das Führungsfahrzeug andocken und Geschwindigkeit und Abstand regeln lassen. Die Fahrzeuge in der Kolonne imitieren das Führungsfahrzeug, auch bei Biegungen. Die Technik ist bereits zum größten Teil in den Fahrzeugen eingebaut: Tempomat, Einpark-Hilfen  und Abstandhalter. Google arbeitet währenddessen mit Sensoren, die das Fahrzeug sehen lassen. Getestet wurden die Fahrzeuge bereits im Straßenverkehr von San Francisco, Kalifornien. VOLVO hat das SARTRE-System in seine Fahrzeuge (PKW und LKW) eingebaut und über 12.000km Strecke zurückgelegt, bevor es Mitte Juni auf einer 200km langen Strecken in der Nähe von Barcelona getestet wurde.

Vorteile des automatisierten Fahrens sind Spritsparen, weniger Emissionen und weniger Unfälle. Dadurch, dass das Fahrzeug eine konstante Geschwindigkeit von 90 km/h im Windschatten des Führungsfahrzeugs fährt, ließe sich einiges an Sprit sparen. Im Gegensatz zum manuellen Fahren, sind die Abstände zwischen den Fahrzeugen viel kleiner. Da ein Computer viel schneller reagiert als ein Mensch ließen sich Auffahrunfälle und Staus vermeiden. Langstreckenfahrer können sich auf der Fahrt entspannen und kommen ruhiger am Zielort an und können unterwegs Zeitung lesen oder noch Arbeiten am Laptop verrichten.

Laut einer Umfrage im Auftrag der GfK hat das Automobilportal AutoScout24 im letzten Frühjahr knapp 1500 Personen im Alter von 18-65 Jahren zu automatisiertem Fahren befragt. Ein Viertel der Befragten traut der Technik nicht und wollen weiterhin ihren Fahrspaß haben. Lediglich 8.2 % sprechen sich für den Autopiloten aus. Ein Hindernis zur serienmäßigen Einführung der Fahrzeuge mit Autopilot ist die legale Seite in Form von Versicherungen: wer übernimmt im Schadensfall?

 

Quellen: sartre-project.eu, spiegel.de