Autor: | Kategorie: Transport News |

Nach dem Schienengüterverkehr wird nun auch der Personenverkehr bestreikt. Insgesamt geht die Wirtschaft von einem Schaden im dreistelligen Millionenbereich aus.

Streik - Stillstand

Berlin. Nachdem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gestern bereits den Güterverkehr bestreikt hat, nimmt sie seit den frühen Morgenstunden des Mittwochs auch den Personenverkehr ins Visier. Die Bahn gab der GDL die alleinige Verantwortung für alle Transporteinschränkungen.

Der erneute Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn wird die deutsche Wirtschaft laut einem Zeitungsbericht erneut einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechne für den für 66 Stunden angesetzten Streik beim Güterverkehr mit Einbußen bei den Unternehmen von weit mehr als 100 Millionen Euro, berichtet die „Bild“-Zeitung. „Dauert ein Streik mehrere Tage, kommen leicht über 100 Millionen Euro täglich als Streikkosten auf die Unternehmen zu“, sagte DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann dem Blatt. Insgesamt erhöhten sich die Kosten des Tarifstreits damit auf mehr als 600 Millionen Euro.

DSLV: Streik ist verantwortungslos

In einer Pressemitteilung kritisierte der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) die Streiks im Schienengüterverkehr als verantwortungslos. DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster sprach von einer nachhaltigen Schädigung des Verkehrsträgers Schiene. Der DSLV fordert deshalb die GDL und die Bahn auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren und den Tarifkonflikt schnellstmöglich beizulegen, um wieder für die notwendige Verlässlichkeit im Schienengütertransport zu sorgen. Huster warnte: „Solche Ereignisse schaden langfristig dem Schienengüterverkehr, der in direkter Konkurrenz zu anderen Verkehrsträgern steht.“

Die GDL will mit dem Streik weiteren Druck auf die Deutsche Bahn machen. Sie hatte die Verhandlungen am vergangenen Freitag erneut für gescheitert erklärt. Als entscheidenden Punkt bezeichnete sie die tarifliche Einstufung der Lokführer, die im Rangierbetrieb arbeiten. Die Bahn versuche, diese Berufsgruppe „als billigen Jakob im Tarifvertrag zu verankern“.