Autor: | Kategorie: Transport News |

Der Valentinstag, der Tag der Liebe. Am kommenden Dienstag, den 14. Februar, ist es wieder soweit! Millionen von Rosen werden gekauft und der Liebsten als Zeichen der Liebe überreicht. Woher kommt der Brauch? Ein gängiges Gerücht, was sich hält und auch plausibel klingt, besagt, dass die Floristen einen großen Einfluss gehabt hätten. Immerhin freuen sie sich von Jahr zu Jahr aufs Neue auf den umsatzstärksten Zeitraum des Jahres. Worauf der Brauch basiert können wir nicht beantworten, dafür aber woher und wie die wohlriechenden und prächtigen Blumen zu uns kommen. Denn aus dem Gewächshaus von nebenan bestimmt nicht zu dieser Jahreszeit.

Zum Wachsen und Gedeihen braucht die Rose Licht, Wärme und Wasser. Licht und Wärme sind im Winter Mangelware in unseren Breiten, weswegen die Reise der Rose in wärmeren Breitengraden beginnt. Dort gedeiht sie am besten. Die größten Anbaugebiete und Exporteure von Rosen sind Kenia, Äthiopien, Ecuador und Kolumbien. Im Durchschnitt werden in den Niederlanden 9 Millionen Blumen pro Tag umgeschlagen, zu Valentinstag kommen in Frankfurt vier Mal die Woche jeweils um die 4 Millionen Rosen an.

Der ein oder andere wird sich vielleicht fragen, warum die Blumen so einen weiten Weg zurücklegen müssen, um schließlich in einer unserer Blumenvase zur Geltung zu kommen. Die Kosten, die die Zucht der „Hochleistungsrose“ hier im Gewächshaus verursacht, sind mindestens genauso hoch, als wenn die Rose unter natürlichen Bedingungen wachsen, geerntet und transportiert werden würde. In den letzten Jahren hat sich auch Einiges in puncto Umweltschutz und Nachhaltigkeit getan, damit die Farmer das Fair-Trade-Siegel erhalten, was der Verbraucher in Europa verlangt. So wird deutlich weniger Wasser verbraucht und effizienter gewirtschaftet. Auch die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung haben sich verbessert.

Die zarten Pflanzen werden von Hand gepflückt, da man nur so den perfekten Zeitpunkt zur Ernte trifft. Es sind nicht etwa 100 Frauen, die die Pflanzen pflücken und pflegen, sondern ca. 50.000 Menschen alleine auf den Plantagen um Naivasha, der Rosenhauptstadt Kenias. Eine Farm reiht sich an die andere um den Lake Naivasha herum und im Durchschnitt verlassen jede Farm eine halbe Millionen Rosen pro Tag! Zu Hochzeiten sowie Valentins- oder Muttertag sind es deutlich mehr. Auch Äthiopien und Kolumbien vermelden einen Anstieg des Exports der zarten Blume.

Nachdem die Blumen gepflückt wurden, werden sie direkt verpackt, in Wassereimer gestellt, auf 5°C gekühlt und per Lkw zum 90km entfernten Flughafen in Nairobi gebracht. Hier geht es direkt im Anschluss in die Bäuche der Jumbos und nach Europa. In Europa angekommen, werden die Pflanzen weiter verteilt. Für den Transport von verderblicher Ware, zu der auch Blumen gehören, wurde das Spezialprodukt Fresh/td entwickelt, weswegen es kein Problem ist, dass die Rosen innerhalb kürzester Zeit 8.000km zurücklegen.

Wird die Kühlkette einmal unterbrochen, ist nicht gewährleistet, dass die Rosen mindestens eine Woche schön in der Vase aussehen. Die Lagertemperatur liegt bei 3-5 C, damit die Blüten sich nicht öffnen und Bakterien keine Chance haben. Die Farmbesitzer behalten von jeder Ernte am Tag (manchmal wird auch dreimal am Tag geerntet) einen Strauß zur Qualitätskontrolle zurück. Sollte ihr Strauß sich länger halten als der im Zielort, ist dies meist ein Indiz dafür, dass die Kühlkette unterbrochen wurde. 10 Minuten direkte Sonneneinstrahlung reichen schon aus, um die Haltbarkeit zu verringern.

2011 transportierte Lufthansa Cargo ca. 700 Tonnen Rosen, was ungefähr 30 Millionen Blumen entspricht! In ein Frachtflugzeug können 90 Tonnen Rosen geladen werden, was aufgrund des Volumens im Vergleich zu anderen verderblichen Lebensmitteln mit Obst und Gemüse eher gering ist. Fröhlichen Valentinstag!



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