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Die Nutzfahrzeugbranche verbucht weniger Aufträge und steuert auf absatzschwache Jahre zu. Volvo, Iveco und MAN mussten im letzten halben Jahr mit einem starken Gewinnrückgang zurechtkommen, während nur die Mercedes-Benz-LKW Umsatz und Gewinn steigern konnten. Mit der vor der Tür stehenden IAA in Hannover erhoffen sich die großen Nutzfahrzeughersteller neue Aufträge. Ein ganz großes Thema bei Neuanschaffungen ist die Effizienz der Fahrzeuge und der Kraftstoffverbrauch.

 

 

 

 

 

 

Wie resistent sind die Hersteller gegen die aufkommende Krise? Mercedes-Benz-LKW und Volvo haben die besten Voraussetzungen, da sie im Gegensetz zu ihren Konkurrenten, auf allen Kontinenten operieren. Die Märkte in Nordamerika und Asien entwickeln sich positiv und weisen  höhere Absatzzahlen auf. In Europa sind die Märkte weiterhin unsicher, was sich natürlich auch auf Speditionen und ihre Neuinvestitionen auswirkt. Hubertus Troiska, Mercedes-Benz-LKW: „Spediteure investieren dann, wenn sie die Zuversicht haben, dass das Geschäft anziehen wird. Unseres Erachtens wird der europäische Lkw-Markt im Vergleich zum Vorjahr null bis minus zehn Prozent schlechter abschneiden.“

Der Autohersteller VW möchte mit zusammen mit Scania und MAN innerhalb von acht Jahren zum erfolgreichsten Nutzfahrzeughersteller aufsteigen und somit den Wettbewerb stärker anfachen.  Durch mehr Konkurrenz steigt der Preisdruck und dadurch wird der Gesamtgewinn schrumpfen. Troiska berichtet, dass Mercedes-Benz-LKW sich weiterhin auf die Premiumstrategie konzentrieren werden. „Premium heißt aber nicht teurer, denn unsere Kunden kalkulieren den geringeren Spritverbrauch tatsächlich bei der Anschaffung mit ein. Was zählt sind immer die Gesamtkosten über die Lebensdauer eines Lkw.“ Laut einer Studie der Unternehmensberater von McKinsey steige der Trend zu qualitativ-hochwertigeren und  schwereren Lastwagen.

Die Berater von McKinsey gehen zudem davon aus, das der Markt bis 2020 auf etwa 190 Milliarden Euro Umsatz steigen wird. Was der Krise entgegenwirken kann, sind neue Vorschriften zu Emissionsvorgaben und steigende Rohstoffpreise. Neue Vorschriften bedeuten meist sparen, sparen, sparen, doch für Fahrzeughersteller heißt es neue Techniken zu entwickeln und Alternativen zu Material und Kraftstoffen zu finden.

Die Regierung debattiert über eine Senkung der LKW Maut um 4 Cent für LKW die bereits jetzt schon der EU-Richtlinie Euro VI entsprechenden Fahrzeuge. Die Euro VI ist eine Norm, die Schadstoffemiossionsgrenzwerte festsetzt und ab 2014 eingehalten werden muss. Die KfW-Bank fördert Unternehmen, die Actros VI Fahrzeuge von Mercedes kaufen mit bis zu 6.050€. Im Vergleich zum Vorgänger (Actros V) verbraucht der Actros VI vier bis fünf Prozent weniger. Bisher sind mehr als 10.000 Bestellungen eingegangen. Um mehr Kraftstoffe zu sparen, setzt Mercedes weiterhin auf die Hybridtechnik, auch wenn diese noch nicht in Schwung gekommen ist. Mit der Hybridtechnologie können bis zu 20% an Kraftstoff eingespart werden.

Auf der IAA erhoffen sich nicht nur die Fahrzeughersteller Informationen zu denen neuen EU-Richtlinien und Mautabgaben, sondern auch neue Aufträge und interessante Neuvorstellungen. Mercedes wird eine neue Produktlinie vorstellen. Aus einer Art Baukasten kann der Kunde sich das gewünschte Fahrzeug zusammenstellen. Durch das Baukastensystem wird es dem Unternehmen ermöglicht mehr Kunden anzusprechen und somit seine Führungsposition zu stärken.

 

Quelle: Handelsblatt.com