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A23 kurz vor Hamburg: die Bleichlawine rollt verhalten vorwärts und die Ausweichstrecken sind ebenfalls schon überlastet. Seit Jahren ist die Zahl der Befürworter nach einer weiteren Entlastungstrecke sowie nach dem Ausbau der A20 gestiegen, doch kommt das Projekt nicht voran. Nun mischt sich ein französischer Konzern ein und will das Projekt binnen fünf Jahren abschließen.

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Jahrzehnte lang überlegen die Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen zusammen mit der Stadt Hamburg wie man die Autobahnen in und um Hamburg sowie den Elbtunnel entlasten kann. Die einfachste Lösung: eine weitere Autobahn bauen, die A20. In Mecklenburg-Vorpommern ist das Teilstück bereits fertig und wartet auf den Anschluss in Schleswig-Holstein. Seit Jahren plant man hin und her und bisher sind leider keine Ergebnisse zu Tage gekommen. Politiker der Opposition sind sich einig, solange die Grünen mitbestimmen, wird kein Ausbau des Autobahnnetzes im Norden möglich sein.

Nun kommt der französische Konzern Vinci daher und legt ein Angebot vor, in dem Sie innerhalb von fünf Jahren einen weiteren Elbtunnel von einer Länge von 6.5km sowie die Autobahn A20 zwischen Bad Segeberg und Bremerhaven (150km) inklusive Abzweig nach Hamburg bauen wollen. In nur fünf Jahren. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Allerdings gibt es natürlich auch einen Haken an der Sache. In diesem Fall müssen Nutzer eine Maut für die Tunnelfahrt bezahlen.

Die Kosten für Autobahn sowie den Tunnel würden nicht allein vom Land getragen, sondern zwischen Land und Vinci geteilt. Zwei Milliarden Euro soll das Projekt kosten und im Gegenzug der Realisierung will Vinci für die nächsten 50 Jahre an der LKW-Maut beteiligt werden. Es gibt verschiedene Kalkulationsmodelle für die Tunnelgebühren. Diese reichen von 2 bis 4,75€ pro PKW, für LKW zwischen 12 und 27€.

Wer ist Vinci? Vinci, ansässig in Frankreich, ist das weltweit größte Konzessions- und Bauunternehmen und unterhält mehrere tausend Kilometer Autobahn. In Deutschland ist Vinci an Projekten an der A4, A5 und A9 beteiligt und beschäftigt rund 10.000 Menschen in Deutschland. Neben den Autobahnprojekten führt Vinci zahlreiche Parkhäuser und hat Anteile an Toll Collect.

Sollte Vinci den Zuschlag erhalten, käme dies einer Revolution gleich. Der Autobahnbau liegt seit Beginn in staatlicher Hand und ist gesetzlich geregelt. Das Angebot müsse nun gründlich geprüft werden. Gegebenenfalls könne es zu Gesetzesänderungen kommen, die wiederum für mehr Wettbewerb führen könnten.

 

Quelle: zeit.de