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Erntezeit: Voll beladen? Aber sicher!

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Es ist wieder Erntezeit. Das merkt man vor allem daran, dass viele vollbeladene Erntefahrzeuge unterwegs sind. Aber Vorsicht, für alle anderen Verkehrsteilnehmer ist das nicht ganz ungefährlich…
Die Ladungen sind nämlich meist nicht ausreichend gesichert. Oftmals befinden sich die Ernte sowie mehrlagige Rundballen bedenkenlos auf offenen Anhängern. Und genau hier entsteht die Gefahr: Verlorene Ladungen verschmutzen die Fahrbahnen, was andere Verkehrsteilnehmer enorm gefährden könnte, vor allem Motorradfahrer.
Das kann auch ernste Konsequenzen für die Verursacher mit sich bringen, wie Ralf Werner, Leiter des Verkehrsdienstes bei der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, erklärt: „Wer eine Straße verschmutzt oder Ladungen verliert und dies nicht unverzüglich beseitigt oder kenntlich macht, ist auch für die Folgen verantwortlich. Wenn beispielsweise ein Motorradfahrer stürzt, macht sich der Verursacher wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr strafbar und muss für die Schäden haften“.

Aber was ist zu tun, damit es gar nicht erst soweit kommt? Die Polizei hat dazu 10 Punkte für einen sichereren Verkehr während der Erntezeit aufgelistet:

  • Selbst bei Vollbremsungen oder plötzlichen Ausweichmanövern ist die Ladung auf Fahrzeugen und Anhängern so zu sichern, dass sie nicht verrutscht oder runterfällt. Netze oder Spanngurte sollten dem Ladungsgewicht angepasst sein.
  • Häckselgut und Getreide, also Schüttgüter, dürfen nur so hoch geladen werden, dass ausreichende Ausgleichsräume zwischen der Ladung und den Bordwänden vorhanden sind.
  • Stroh-, Heu- und Silageballen müssen gegen Runterfallen gesichert sein.
  • Nicht zugelassene Fahrzeuge müssen ebenfalls Verkehrssicherheit aufweisen (Mindestprofil, gerade Anhängerdeichsel, funktionierende Auflaufbremsen).
  • Am letzten Anhänger muss, sofern kein eigenes Kennzeichen vergeben ist, ein Wiederholungskennzeichen angebracht sein (Bußgeld bei Verstoß: 60€).
  • Bei Anhängerausleih muss das eigentliche Kennzeichen abgedeckt sein und ein Wiederholungskennzeichen des eigenen Betriebes angebracht werden.
  • Bei einer Zugmaschine, die mehr als 40 km/h fahren darf, muss der Fahrzeugführer mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Hinter landwirtschaftlichen Zugmaschinen dürfen höchstens zwei Anhänger mitgeführt werden.
  • Ragt ein Anbaugerät seitlich mehr als 40 Zentimeter über die Begrenzungs- oder Schlussleuchten hinaus, muss es nach vorne und nach hinten mit Warntafeln gekennzeichnet werden.
  • Landwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen bis zu drei Meter breit sein, wenn sie mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen oder Arbeitsgeräten beladen sind. Ab 2,75 Metern muss dies mit Warntafeln kenntlich gemacht werden.

Wer allerdings diese Hinweise missachtet, sollte seinen Transport abbrechen oder möglichst gar nicht erst losfahren, denn die Polizei achtet in dieser Zeit besonders auf gesicherte Erntefahrzeuge: „Während der Erntezeit werden wir unser Augenmerk besonders auf den landwirtschaftlichen Verkehr legen. Wenn wir Gespanne ohne Ladungssicherung antreffen, wird die Weiterfahrt sofort untersagt“, stellt Werner klar.