Author: | Category: Logistik & Technik, Logistik & Umwelt, Recht, Transport News |

Freie Straßen, nette Kollegen, Raststätten und Parkplätze sowie schöne Geschichten um die Fahrerei durch Deutschland oder gar Europa – ein Traum von gestern. Das tägliche Bild des
LKW-Fahrers von heute: Stau, sehr viel Technik, enge Zeitpläne; Einige gehen soweit, dass sie von Krieg auf den Straßen sprechen.

In der ZDF-Reportage „Die Last mit den Lastern“ vom 3. Februar 2013 wird das Bild des heutigen Fernfahrers deutlich: die einstige Fernfahrerromantik ist passé. Auf den Straßen herrsche Krieg, da jeder der Erste sein möchte, Sicherheitsabstände werden gerne missachtet und da man unter Zeitdruck steht, wird einiges an Papierkram während der Fahrt erledigt. Rastplätze sind oft überfüllt und die Fahrer müssen auf Städte und unbewachte Parkplätze ausweichen. Wer möchte da noch Fernfahrer werden? An Nachwuchs mangelt es.

Es wird gar von Lagern auf deutschen Straßen gesprochen, da die Waren dort aufgrund der Just-in-Time-Produktion dort mehr Zeit verbringen. Morgens wird die Ware, die frisch am Hafen, Bahnhof oder der Spedition ankam direkt auf den LKW geladen, der die Ware weitertransportiert. Manche LKW werden überladen, wie ein ungarischer LKW, der die zulässige Masse deutlich überschritten habe. In Österreich wurde ein LKW ebenfalls weit überladen aus dem Verkehr gezogen.
Es waren 134 Wildschweine, neun Hirsche, sieben Rehe und zwei Mufflons geladen.

Regelmäßige Kontrollen werden durchgeführt um tickende Zeitbomben aus dem Verkehr zu ziehen. Beschädigte Bremsen oder Reifen sind ganz oben auf der Liste sowie Mängel, die zum Teil auch vor Ort behoben werden können. Leider fallen bei Kontrollen immer wieder alkoholisierte Fahrer auf. Die verwarnten Fahrer seien meist mit 0,5 – 1 Promille zur Rast und zu Strafen verordnet wurden. Bei einer Kontrolle im Januar wurde in Österreich ein Fahrer mit 2.47 Promille erwischt.

Was den meisten Fahrern jedoch zu schaffen macht, ist die Parkplatzsuche, damit man seine Ruhezeiten einhalten kann und die Ladung sicher weiß. Viele Rastplätze sind nicht für den Andrang der LKW ausgelastet und Anwohner wehren sich gegen den Ausbau. Manchmal muss man vier bis fünf Plätze anfahren, bis man einen Platz für die Nacht gefunden hat. An anderen Tagen muss man komplett ausweichen und an unbewachten Orten Rast machen. Hier stellt sich die Frage, ob die Ware am nächsten Morgen noch vollständig und unversehrt ist. Seit vier Jahren treibt zudem ein Heckenschütze sein Unwesen auf den deutschen Autobahnen und schießt auf die Ladungen. 544mal traf er die Ladung, 180mal PKW, eine Frau wurde verletzt.

 

Quelle: zdf Mediathek