Autor: | Kategorie: Logistik & Umwelt |

Seit Jahrzehnten steigt die Anzahl der Gütertransporte. Dabei legen Kleidung, Autos, Technikgeräte und viele weitere Güter oft tausende Kilometer während ihres Transportes zurück. Das wird in den nächsten Jahren auch so bleiben, denn der Güterverkehr wächst laut Prognosen. Jetzt hat sich ein deutsches Bundesland das Ziel gesetzt, diese Wachstumsentwicklung nachhaltig zu gestalten.

Lagerhalle Logistik - Verladung auf LKW

Bundesland der Logistik
Eines der bedeutendsten Bundesländer für den Wirtschaftsbereich Logistik ist Baden-Württemberg: Rund zehn Prozent der Top-Logistikdienstleister mit Umsätzen über 50 Millionen Euro haben dort ihren Hauptsitz. Außerdem sind hier über 400.000 Menschen in der Branche beschäftigt.
Im Jahr 2008 gab es in Baden-Württemberg ein Allzeithoch des Straßengütertransports: 654,5 Milliarden Tonnenkilometer wurden insgesamt von Lkw zurückgelegt.
Die baden-württembergische Landesregierung setzt aber auf eine nachhaltige Gestaltung des Güterverkehrs. Deshalb soll in Zukunft mehr Verkehr von der Straße auf Bahn und Binnenschiff verlagert werden. Der Straßengüterverkehr liegt dort nämlich bei rund 80 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit wurden im Jahr 2013 70,2 Prozent der Gütertransporte auf der Straße abgewickelt. Dauerstaus sind nur eine Nebenwirkung des hohen Straßengüterverkehrs: Die Luftqualität leidet ebenfalls. Zudem wird die Umgebung durch Lärm belastet und die Straßeninfrastruktur durch den Lkw wesentlich stärker abgenutzt. Für die Verlagerung auf die weiteren Verkehrsträger sind aber zuerst Ausbau- und Modernisierungsarbeiten zwingend notwendig. In Stuttgart wurd am 19.1 Feinstaubalarm gegeben.

Ausbau und Modernisierung
Baden-Württemberg engagiert sich wie kein anderes Bundesland finanziell für den Ausbau der Schienen. Außerdem hat es mehrere hundert Millionen Euro für zusätzlichen Lärmschutz investiert, denn für die Akzeptanz in der Bevölkerung, muss der Schienenverkehr unbedingt leiser werden.
Darüber hinaus hat die Binnenschifffahrt noch enorme Kapazitätsreserven. Die Landesregierung will diesen Verkehrsträger unbedingt stärken. Bedingung dafür: Er muss konkurrenzfähiger werden. Deshalb müssen Jahrzehnte alte Schleusen unbedingt modernisiert werden.
Der Kombinierte Verkehr wird in Baden-Württemberg laut Studien bis 2025 um 67 Prozent steigen. Somit können die Straßen um erhebliche Lkw-Fahrten-Kilometer entlastet werden. Er muss aber ebenfalls zunächst durch entsprechende Systeminfrastruktur gezielt gefördert und überhaupt ermöglicht werden.

Baden-Württemberg geht also mit gutem Beispiel voran und könnte Vorbild für ganz Deutschland sein, um bundesweit eine nachhaltige Gestaltung des weiter wachsenden Gütertransports zu gewährleisten. Leider zeigt es sich immer wieder, dass es einen großen Unterschied zwischen der Realität und den Plänen der Politik und Wirtschaft gibt. Also warten wir ab.