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Geschichten aus dem Leben eines Lkw-Fahrers

Was macht ein Lkw-Fahrer in einem IT-Unternehmen? Eine ungewöhnliche Kombination, die einfach zu erklären ist. Unser besagter Lkw-Fahrer und Journalist, Jochen Dieckmann, hat 15 Jahre als Lkw-Fahrer gearbeitet und hat bereits ziemlich viel gesehen und mitgemacht. Darüber hat er das Buch „Geschlafen wird am Monatsende“ geschrieben.

Momentan arbeitet er im Marketing des Unternehmens TimoCom, um das Ansehen des Transportsektors zu verbessern. „Jeder will die Ware haben, aber keiner den Lkw! Es gibt noch viel zu tun.“ meint Dieckmann.

„Wer nicht dran geht, verdient nichts.“

Jochen wird sentimental, wenn er an seine Zeit als Fahrer zurückdenkt. Dennoch vergisst er die Schwierigkeiten/Problematiken der Branche wie spät und schlecht bezahlt zu werden. Sein letzter Arbeitgeber gab jedem Fahrer ein Schreiben zur Unterschrift mit folgendem Inhalt: „Wer nicht ans Telefon geht, bekommt 250€ vom Gehalt abgezogen. Beim zweiten Mal kommt die Kündigung.“ Einmal musste Jochen unter der Dusche einen Anruf annehmen.

Und das alles für ein Monatsgehalt von knapp 1.700€ brutto. Das Gehalt war nie das Problem, eher es pünktlich am Ende des Monats auf dem Konto zu haben.

Sind die Unternehmen wirklich Schuld an dieser Situation? Die Mehrheit kann nicht mehr zahlen, meint Jochen. In Europa gäbe es einen harten Preiskampf, insbesondere zwischen Osteuropa und den restlichen Ländern. Zusätzlich sind die meisten Unternehmen wie Fahrer schlecht organisiert.

In einigen Jahren, so versichert er, muss die Branche reagieren. Der Fahrermangel ist garantiert, zumindest in Deutschland. Das wird noch durch den Ausfall der Wehrpflicht verstärkt, in der viele Männer den Lkw Führerschein machen konnten. Ohne Kosten. Wenn man den Lkw Führerschein nun auf eigene Faust machen will, muss man in Deutschland mit kosten von ca. 5.000€ rechnen.

Aktuell gibt es nicht viele Gründe, die für eine Ausbildung zum Lkw-Fahrer sprechen. Jochen möchte aber keinen entmutigen. Wenn es in einigen Jahren nicht mehr ausreichend Fahrer gebe, könnten sich die Arbeitsbedingungen stark ändern. Es gibt ja auch Vorteile beim Job in der Fahrerkabine gegenüber eines Bürojobs: „Wenn ich am Tag die Arbeit beende und nach Hause gehe, bleiben für den nächsten Tag keine Sachen auf’m Schreibtisch liegen.“