Autor: | Kategorie: Transport News |

Die Parkplätze sind auf deutschen Raststätten Mangelware und viele weichen auf den Standstreifen oder Wohngebiete aus. Dies möchten die Behörden natürlich vermeiden, nur wie soll das möglich sein? Parkplätze können doch nicht innerhalb einer Woche fertiggestellt werden? Richtig, jedoch gibt es eine Übergangslösung: Kompaktparken. Wie das genau funktionieren kann, folgt im Beitrag.

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Der frühe Vogel fängt den Wurm, in diesem Fall, der frühe LKW bekommt den Parkplatz. Doch die, die zuerst kommen, sind nicht immer die, die auch zuerst weiterfahren. Dies gilt aktuell. Raststätten und Autohöfe sind für die Anzahl der LKW auf deutschen Straßen seit langem nicht mehr ausgelastet und so kommt es an unübersichtlichen Stellen oft zu gefährlichen Situationen. Die Parkplatzsuche bisher ist eine Geduldsprobe. Mit dem neuen System wird das geändert: die LKW werden sortiert und „ordentlich“ statt willkürlich geparkt. Die, die zuerst da sind, fahren auch als erste weiter. So können mehr Parkplätze geschafft werden.

Das System Kompaktparken soll mehr Parkplätze und Übersicht für LKW auf Raststätten und Rasthöfen ermöglichen. Wie? Auf den Rastplätzen werden die Fahrzeuge nach Abfahrtzeit sortiert und dicht hinter und nebeneinander aufgestellt. So stehen meist drei Fahrzeuge hintereinander und mehrere nebeneinander.  Die Abfahrtzeiten richten sich nach der Nachfrage und werden über den Parkreihen angezeigt. Die Verantwortlichen sind sich einig, dass bis zu 50% mehr Parkplätze auf Raststätten geschafft werden können, da die mittlere Fahrgasse auf dem LKW-Parkplatz wegfällt. Natürlich ist das Kompaktparken keine dauerhafte Lösung, jedoch ein guter Anfang.

Eingeführt wurde ein ähnliches System bereits am Rastplatz in Montabaur.  In Montabaur fahren die LKW an ein Terminal und bekommen dort eine Spur zum Parken zugewiesen. Fahrer, die zusammen unterwegs sind, können auf unterschiedliche Spuren verteilt werden, jedoch hält sich in der Praxis nicht jeder daran. Das System wird demnächst aktualisiert, so dass falsch parkende LKW erkannt werden und eine optimale Auslastung möglich wird. Auf der Rastanlage Jura-West an der A3 in Nordbayern wird ein digitales zweisprachiges System mit Anzeige aufgebaut, welches ab 2014 genutzt werden wird.  Je nach Nachfrage werden die Abfahrtszeiten über den Reihen berechnet. Tagsüber sind mehr Kurzparker als Langparker unterwegs, weswegen die meisten Spuren auf Kurzparker verteilt werden. Abends ist es dann andersherum: mehr Langzeit-Parkmöglichkeit als für die Kurzparker.

Das Kolonnenparken in Montabaur hat ergeben, dass das System praxistauglich und sehr effizient ist. Einziger Nachteil: wenn der Vordermann ein technisches Problem hat und nicht wegfahren kann, können die dahinter geparkten Fahrzeuge auch nicht weiter. Dies kann sehr ärgerlich sein und ist bereits vorgekommen. Das Kompaktparken soll nun ermöglichen, dass alle zu ihren Zeiten abfahren können. Die Fahrzeuge, die nebeneinander stehen, haben ähnliche Abfahrzeiten, da die Abfahrtszeiten auf die Parkreihen aufsteigend verteilt werden. So könnte der hintere LKW bei einem Problem rückwärts ausparken und sollte der mittlere LKW feststecken, weicht er nach links oder rechts aus. Solche Szenarien kommen sehr selten vor, müssen jedoch berücksichtig werden.

Sollten die ersten Eindrücke aus Jura-West positiv sein, könnten weitere Anlagen folgen.