Autor: | Kategorie: Logistik & Umwelt |

In Deutschland, Österreich, Frankreich und einigen anderen europäischen Ländern gilt für Lkw ab einem bestimmten zulässigen Gesamtgewicht (zGG.) an den Wochenenden und an Feiertagen ein generelles Fahrverbot. Auch in der Ferienzeit – in Deutschland beispielsweise von Anfang Juli bis Ende August – gibt es Einschränkungen im Straßengüterverkehr.

Das Wochenendfahrverbot soll einerseits der Sonntagsruhe dienen und andererseits die Umwelt schonen. In der EU ist das Lkw-Fahrverbot sehr umstritten. Politiker und einige Verbände begrüßen das Fahrverbot. Es diene nicht nur Entlastung der Verkehrswege und dem Schutz der Umwelt, sondern verhindere auch, dass angestellte Fernfahrer zum Verstoß gegen das Arbeitsverbot an Sonntagen genötigt würden. Ferner halte es selbstständige Fahrer davon ab, länger als die gesetzlich vorgeschriebenen 48 Stunden pro Woche zu arbeiten.

Kritische Stimmen lehnen das Verbot ab: Durch das Fahrverbot seien viele Fernfahrer dazu gezwungen, die Sonntage auf Rast- oder Parkplätzen zu verbringen – dadurch bliebe oft nicht genug Zeit für Familie, Freunde und Hobbys. Ein weiteres Problem, dass besonders in Deutschland unmittelbar an das Wochenend- und Feiertagsfahrverbort gekoppelt ist, ist die mangelhafte Parkplatzsituation für Lkw, entlang der Bundesautobahnen.
Bereits 2008 hatte das Bundesverkehrsministerium eine bundesweite Untersuchung durchgeführt, um sich ein konkretes Bild über die gegenwärtige Situation zu machen. Die Erhebung ergab, dass rund 46.400 Lkw-Parkstände vorhanden waren – circa 28.500 auf den Autobahnrasthöfen und rund 17.900 auf privaten Autohöfen – aber mindestens 60.400 benötigt wurden. Auch wenn das Ministerium bereits daran arbeitet, die Parkplatzsituation zu verbessern wird sich die Situation in den nächsten Jahren noch verschärfen.

Ausgenommen von dem Wochenend- bzw. Feiertagsfahrverbot sind zum Beispiel Transporte mit verderblichen Ladungen wie Milch- oder Fleischprodukten, Obst und Gemüse, sowie Leerfahrten, die im Zusammenhang mit der Beförderung von verderblichen Lebensmitteln stehen. Auch im kombinierten Verkehr – einer Transportkette, an der mehrere Verkehrsträger beteiligt sind – gibt es Ausnahmen. Die einzelnen Regelungen sind von Land zu Land, teilweise von Region zu Region unterschiedlich. Besonders Kraftfahrer, die im Fernverkehr unterwegs sind müssen sich vor jeder Fahrt genau über die jeweiligen Regularitäten der einzelnen Länder, die auf ihrer Route liegen, informieren. Ein Verstoß gegen das Lkw-Fahrverbot wird mit Geldstrafen geahndet. In Deutschland fallen rund 75 Euro Bußgeld an und der Fahrer bekommt einen Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg.

Quellen:
♦ Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (www.bmvbs.de): Broschüre. Lkw-Parken in einem modernen, bedarfsgerechten Rastanlagensystem.
♦ Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. (www.bgl-ev.de)

Übersicht über Fahrverbote:
♦ www.portatio.com