Autor: | Kategorie: Firmenporträts |

Für sehende klingt es erst einmal merkwürdig: Blinde arbeiten am PC?

Für die folgende Geschichte muss ich ein wenig weiter ausholen. Der Erfinder der Blindenschrift Louis Braille wurde am 4.1.1809 in Frankreich geboren und erblindete früh in seiner Kindheit durch einen Unfall. Keine 20 Jahre später überarbeitete er das Punktsystem und kreierte die Brailleschrift. Eine Revolution für Blinde, da sie durch die einfache Kombination von Punkten lesen konnten. Heute gibt es sogar spezielle Tastaturen für Blinde, damit auch sie am PC arbeiten können. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es in Deutschland über 150.000 blinde und über 500.000 sehbehinderte Menschen, denen durch moderne IT-Technik immer mehr Möglichkeiten geboten werden.

Dank einer speziellen Software und einer Braille-Zeile kann Ronny trotz eines Sehvermögens von nur 1% fast problemlos am PC arbeiten. So werden die visuellen Bildschirminhalte mittels eines Screenreaders in akustische Signale umgesetzt und „vorgelesen“. Eine spezielle Braille-Tastatur ist an die USB-Schnittstelle des PCs angeschlossen, die Texte in einer per Tastsinn erfühlbaren Brailleschrift wiedergibt. „Alles, was man über Tastatur ansteuern kann, klappt wunderbar. Wenn beispielsweise bestimmte Befehle nicht per Tastatur ausgeführt werden können, sondern nur per Mausklick, unterstützt mich einfach ein Kollege.“

Ronny ist ein junger Mann, der blind ist und in einer Spediteurfamilie groß geworden ist. Die Spedition Kern GmbH & Co KG ist nun seit fast 60 Jahren im Transportewerbe tätig und weiterhin in familienhand. Enkel Rony liebt das Transportwesen und hat ein gutes Verhandlungsgeschick. Seine wichtigsten Arbeitswerkzeuge sind Telefon, Computer und die Frachtenbörse von TimoCom. Das Besondere: Statt einer handelsüblichen Tastatur ist bei Ronny eine Braille-Zeile an den Computer angeschlossen, mit deren Hilfe die Bildschirminhalte in Blindenschrift ausgegeben werden.

Frachteinkauf mit Fingerspitzengefühl
Mit acht eigenen LKW bedient die Kern GmbH & Co. KG hauptsächlich den innerdeutschen Fernverkehr und transportiert Ladungen wie Dachziegel, Schüttgut oder Maschinenbauteile. Das Familienunternehmen ist sehr gut vernetzt, doch das reicht heutzutage nicht mehr aus, findet Ronny Kern: „Früher hat man eine Tour gehabt und ist leer zurückgefahren, heute kann sich das keiner leisten. Manchmal werden bei uns sogar drei oder vier LKW gleichzeitig leer. Für solche Fälle gibt’s dann die Frachtenbörse von TimoCom. Da findet man kurzfristig immer eine Rückladung.“

Feedback bei TimoCom angekommen
„Gerade in Deutschland wird schon viel gemacht, aber da gibt es noch viel mehr, was man tun kann. Mehr Öffentlichkeit, mehr Barrierefreiheit“, betont Kern. Im Hause TimoCom hat man sein Feedback schon in die Planung des nächsten Programm-Updates aufgenommen. „Wir versuchen generell ständig unsere Oberflächen in Form, Farbe und Bedienung zu optimieren. Im nächsten Schritt werden alle Nutzer, also auch Herr Kern, mit der „Tab-Taste“ durch alle „Felder“ springen können – somit auch durch die Bereiche, die sonst nur per Maus erreichbar waren. Das bringt sicherlich schon eine Verbesserung mit sich“,  so Unternehmenssprecher der TimoCom, Marcel Frings.