Autor: | Kategorie: Frachtenbörse, Transport News |

Frankreich und Belgien haben neue Regelungen zur regulären wöchentlichen Ruhezeit (von 45 Stunden) von Lkw-Fahrern verabschiedet. Die wöchentliche Ruhezeit darf nun nicht mehr im Fahrerhaus verbracht werden. In Deutschland soll nun auch geprüft werden, ob dies verboten werden kann und soll.

Keine Übernachtung

Belgien hat vorgelegt und Frankreich hat nachgezogen. Beide wollten eine einheitliche Regelung für Europa: Die reguläre wöchentliche Ruhezeit von 45 Stunden darf NICHT in der Fahrerkabine verbracht werden. Fahrer sollen ihre wöchentliche Ruhezeit außerhalb ihres Lkw verbringen können. Verstöße werden teuer geahndet in Belgien mit bis zu 1.800€, während die Franzosen mit Bußgeldern bis zu 30.000€ zur Kasse bitten.

Juristisch gesehen herrscht noch immer keine Klarheit darüber, wie das genau kontrolliert werden soll. Viele Fahrer gehen davon aus, dass dies nicht erlaubt sei. Das stimmt allerdings nicht. Theoretisch dürfen Polizei und BAG auch während der Pausenzeiten kontrollieren, tun dies jedoch nicht, um die Fahrer nicht zu verärgern und ihnen nicht die Ruhezeiten zu zerstören. Stefan Schimmig Referatsleiter im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bringt es auf den Punkt: „Das BAG kontrolliert keine Fahrzeuge, bei denen man von außen annehmen muss, dass die Fahrer gerade eine Ruhezeit einlegen. Weil das wär’s dann mit der Ruhezeit.“

Eine Frage auf die noch keine passende Antwort gefunden werden konnte: Wo finde ich ein flächendeckendes Netz mit gesicherten Parkplätzen für Lkw vor der Tür. Was passiert mit dem LKW, wenn er geparkt, abgeschlossen und verlassen wurde? Zahlt die Versicherung, wenn was am Fahrzeug passiert oder die Ladung verschwunden ist?

Viele Lkw-Fahrer fühlen sich in ihren „eigenen“ vier Wänden im LKW um einiges wohler, als irgendwo abgeschieden oder dann auch entfernt von Ladung und Fahrzeug. Es ist zu befürchten, dass die Fahrer in Zukunft in vergammelten Containerlandschaften ihre reguläre wöchentliche Ruhezeit verbringen müssen.

Die Befürworter des Wochenendverbotes versprechen sich, dass diejenigen, die Dumpingpreise anbieten, ausgebremst werden und dementsprechend Frachtpreise und Fahrerlöhne steigen würden. Dies ist bisher weder in Frankreich noch in Belgien geschehen und wir glauben auch nicht, dass dies aufgrund der Maßnahmen passieren wird.