Autor: | Kategorie: Logistik & Umwelt |

„Nutzfahrzeuge sind Motor unserer Wirtschaft. Sie tragen wesentlich zur Mehrung des Wohlstands und der sozialen Sicherheit in Deutschland bei. Kein anderes Verkehrsmittel ist so flexibel. Deswegen sind Lkw für den Güterverkehr heute und morgen unverzichtbar“, so Dr. Kay Lindemann, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VAD) bei der Euroforum-Konferenz „Trends in der Nutzfahrzeug-Industrie“ in München. Um das Verkehrswachstum der kommenden Jahre klima- und umweltverträglich zu meistern, sei vor allem ein weiter verbessertes Zusammenspiel von Lkw, Bahn und Binnenschiff notwendig. Die Nutzfahrzeughersteller und beteiligten der Transportbranche seien sich dabei ihrer Verantwortung sehr bewusst und arbeiteten dementsprechend intensiv daran, den Güterverkehr noch nachhaltiger zu gestalten.

So seien beim Kraftstoffverbrauch und dem CO2-Ausstoß erhebliche Fortschritte erzielt worden. In den letzten vier Jahrzehnten sank der Verbrauch schwerer Lkw um rund 30 Prozent. Bis 2020 planen die Hersteller das Potenzial für weitere 20 Prozent CO2-Reduktion gegenüber 2005 zu schaffen. Gleichzeitig seien auch die Emissionen klassischer Schadstoffe deutlich zurückgegangen, so Lindemann. Moderne Nutzfahrzeuge führen bei klassischen Luftschadstoffen heute fast emissionsfrei. Mit der neuen Abgasnorm Euro 6 sinken Stickoxid- und Partikelausstoß nahezu auf Null.

„Das ist ein bedeutender Beitrag, um die Luftqualitätsziele der EU zu erreichen.“, erklärt Lindemann. Nun sei es notwendig, über die Lkw-Maut Anreize für Investitionen in neue Euro-6-Lkw zu schaffen. Automobilindustrie und Transportgewerbe haben dazu die Einführung einer eigenen Mautklasse ab Juni 2013 vorgeschlagen – verbunden mit einer grundlegenden Aktualisierung der Mautberechnung. Mit einer baldigen Entscheidung über die neuen Lkw-Mautsätze bekäme das Gewerbe rasch die nötige Planungssicherheit, um in die besonders sauberen Euro-6-Fahrzeuge zu investieren.

Neben dem Güterverkehr gelte es, das Potenzial von Nutzfahrzeugen auch im Personenverkehr zu nutzen, so Lindemann. Der VDA-Geschäftsführer spricht sich daher für die generelle Freigabe des Buslienenfernverkehrs in Deutschland aus. Fernbusse könnten neben der Bahn, dem Pkw und dem Flugzeug die vierte Säule des Fernverkehrs bilden.

Quelle: Verband der Automobilindustrie