Autor: | Kategorie: Logistik & Umwelt, Transport News |

Projekt Ruhrschnellweg – Sperrung der A40

Die Hauptschlagader des Berufsverkehrs im Ruhrgebiet ist seit dem 7. Juli im Abschnitt Essen-Huttrop und Essen-Zentrum bis voraussichtlich Ende September voll gesperrt. Das vermutete Verkehrschaos in und um Essen ist bisher ausgeblieben, da Sommerferien erst angefangen haben. Umleitungen sind gut ausgeschildert eingerichtet und Alternativen zum Auto werden angeboten.

Es ist ein gewagtes Projekt was sich Straßen-NRW und die Landesregierung ausgedacht haben: Vollsperrung der A40, Hauptverkehrsader mitten im Herzen des Ruhrgebiets. Täglich fahren um die 100.000 Fahrzeuge über die gesperrte Strecke, die in die Essener Innenstadt oder auf andere Autobahnen wie die A52, A3 oder auch A42 umgeleitet werden. Auf den ersten Blick scheint das Chaos durch überlastete Nebenstrecken vorprogrammiert zu sein. Die Umleitungen sind gut beschildert, die Ausweichmöglichkeiten zahlreich und gut genutzt.

Nun stellt sich die Frage, ob das Vorhaben, die A40 in dem Abschnitt zwischen Essen-Huttrop und Essen-Zentrum komplett zu sperren, positiv oder negativ ist. Spätestens Ende September wissen wir mehr. Eindeutige Vorteile der dreimonatigen Vollsperrung sind, wie auch vom Auftragsleiter bestätigt, die Verkürzung der Baustellenzeit von 24 auf drei Monate sowie die Arbeit an mehreren Punkten gleichzeitig. Dadurch soll das Stauaufkommen in kommenden Jahren reduziert werden und sich der Ruhrschleichweg zum wirklichen Ruhrschnellweg ohne Hindernisse etablieren. Wer steht schon gerne in einer Baustelle am Stau oder fährt gerne durch einen Baustellenabschnitt? Viele können auf die verengten und kurvigen  Fahrbahnen verzichten. Es hat doch jeder schon einmal erlebt: man fährt zwei bis drei Kilometer auf einer verengten Fahrbahn neben LKW, neben SUV und Dränglern. Die kurze Strecke kommt einem wie eine Ewigkeit vor. Manch einer hat auch schon einen Seitenspiegel eingebüßt.

Als LKW-Fahrer kennt man die Problematik in Baustellen: enge Spuren, Drängler und gewagte Überholmanöver der Anderen. Da kann man nur geduldig und achtsamer als üblich sein.

Folglich ist es für alle Beteiligten auf den zweiten Blick angenehmer, die Baustellen, die sich über einen längeren Zeitraum erschließen, zu kürzen und den Abschnitt komplett zu sperren. Das Stau- und Unfallrisiko sinkt.

Eine Möglichkeit dem Ganzen auf Kurzstrecken zu entgehen, wäre das Auto stehen zu lassen und auf Bus und Bahn umzusteigen. Für die Vollsperrung der A40 hat sich der Essener Nachverkehrsbund ein Probe-Abo überlegt, welches den ÖPNV schmackhaft machen soll. Zudem werden die Strecken mit zusätzlichen Fahrzeugen ausgestattet um den Berufsverkehr zu entlasten und das Angebot zu erweitern. Wenn man auf den ÖPNV ausweicht, schont man nicht nur die Umwelt, man entlastet die Straßen und kann sogar Ende des Monats mehr Geld im Geldbeutel finden, da man weniger Geld für den Sprit bezahlt hat.

Die Zusammenarbeit zwischen den Verkehrsverbünden, der Landesregierung sowie den Bauherren stimmt. Hoffen wir, dass alles weiterhin reibungslos läuft und die Umleitungen den normalen Berufsverkehr ab Mitte August standhalten. Ende September wird Bilanz gezogen, ob das Projekt Vollsperrung erfolgreich gewesen ist oder nicht.

 

Quellen: Straßen.NRW