Autor: | Kategorie: Firmenporträts, Logistik & Technik, Logistik & Umwelt, Transport News |

Steigender Ölpreis, steigendes Verkehrsaufkommen, höhere Mautabgaben sowie der Drang umweltfreundlicher zu transportieren sind  Faktoren, die  die Transportwelt stark beeinflussen. Eine Möglichkeit, dem entgegen zukommen, ist der Transport auf Schienen und Wasserstraßen, statt Autobahnen und Bundesstraßen. Es ist ein lang und breit diskutiertes Thema: LKW von der Straße und die Transporte per Bahn durchführen um die Straßen sicherer und freier zu machen.

Die Projektgruppe „Hamburger Hafen 62+“ traf sich mit ihren Kollegen des bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie um die Ausbaumöglichkeiten der Transporte des wichtigsten Seehafens für Bayern zu beraten. Die beiden Partner wollen mehr Waren auf die Schiene bringen um die Straßen und Umwelt zu entlasten. Mit einer Steigerung der Schienentransporte von 5% können allein schon 23.000 LKW-Fahrten und somit 15.000t CO2 eingespart werden. Die Kurzstrecken bis 150km werden nachwievor mit LKW zurückgelegt.

In der Schweiz hat die Firma SBB Cargo mit der Migros ein einen Versuch gestartet und auch auf kurzen Strecken umgesattelt. Mit Erfolg! Die Waren wurden auf der Strecke von Neuendorf nach Gossau (144km) innerhalb von zweieinhalb Stunden transportiert, eine Zeit die selbst mit einem PKW im Berufsverkehr schwer zu toppen ist. Durch den auf die Schiene verlagerten Transport, fahren pro Strecke 15 LKW weniger auf der schweizerischen A1. Viele sagen, dass der Transport auf kurzen Strecken keinen Unterschied macht, ob auf der Straße oder auf Schienen transportiert wird, doch die SBB zeigt, dass es umweltschonender und schneller gehen kann.

Das englische Unternehmen „Lorry Rail“ wirbt auf seiner Website mit folgender Konversation: „Gestern bin ich über 1000km in weniger als 15 Stunden gefahren.“
„Das ist ja super! Aber das hast du nur geschafft, da du zwei Kollegen mehr dabei hattest?“
„Nein, ich habe den Zug genommen.“

Die Vorteile vom Transport auf Schienen sind eindeutig: Es geht schneller und kann genauer geplant werden, da der Unsicherheitsfaktor Stau nicht mehr bedacht werden muss. Aufgrund der technischen Überwachung, kann die Fahrt minutiös geplant werden. Für die Transporte auf der Schiene, auch LKW auf der Schiene, fallen Kosten für Kraftstoff und Personal weg, die Mautgebühren werden ebenfalls hinfällig. Zudem hat die Bahn höhere Kapazitäten als ein LKW und Pilotprojekte zeigen, dass Bahncontainer auch auf LKW gelegt werden können um den kombinierten Verkehr attraktiver zu machen.

Die Kombiverkehr KG aus Frankfurt zum Beispiel verzeichnet seit Jahren einen steigenden Umsatz und konnte diesen im Vergleich zum letzten Jahr nochmals um 11,9% auf 430 Millionen Euro steigern. Wie oben schon geschrieben, werden durch auf die Schiene verlagerte Transporte nicht nur die Straßen freier, es werden auch weniger Treibhausgase ausgestoßen. So konnte der Ausstoß um über eine Million Tonnen CO2  im Jahr 2011 gesenkt werden.

 

Quellen: petext.de, kombiverkehr.de