Autor: | Kategorie: Logistik & Umwelt |

Am kommenden Sonntag, den 14. Februar ist es wieder soweit: der Valentinstag! Millionen von Rosen werden gekauft und der Liebsten als Zeichen der Liebe überreicht. Von Jahr zu Jahr steigt die Menge der Prachtblüten und die Floristen freuen sich. Doch woher kommen die wohlriechenden und prächtigen Blumen? Aus dem Gewächshaus von nebenan bestimmt nicht zu dieser Jahreszeit.

Die Reise der Rose beginnt in warmen Breiten, da sie aufgrund ihrer Empfindlichkeit dort am besten gedeiht. Im Februar herrscht in Mitteleuropa der Winter, weswegen die größten Anbaugebiete und Exporteure von Rosen Kenia, Äthiopien, Ecuador und Kolumbien sind. Die zarten Pflanzen werden von Hand gepflückt, da man nur so den perfekten Zeitpunkt zur Ernte trifft. Es sind nicht 100 Frauen, die die Pflanzen pflücken, sondern ca. 50.000 Menschen alleine auf den Plantagen um Naivasha, der Rosenhauptstadt Kenias. Eine Farm reiht sich an die andere um den Lake Naivasha herum und im Durchschnitt verlassen jede Farm eine halbe Millionen Rosen pro Tag! Zu Hochzeiten sowie Valentins- oder Muttertag sind es deutlich mehr.

Rose1Von den Feldern gepflückt werden die Blumen direkt verpackt, in Wassereimer gestellt, auf 5°C gekühlt und per Lkw zum 90km entfernten Flughafen in Nairobi gebracht, wo sie direkt im Anschluss in die Bäuche der Jumbos geladen und nach Europa geflogen werden. Von Nairobi werden die Rosen dann vier Mal die Woche in reinen Frachtmaschinen nach Frankfurt geflogen, von wo die Pflanzen innerhalb Europas weiter verteilt werden. Innerhalb kürzester Zeit legen die Rosen 8.000km zurück. Vom Frankfurter Flughafen geht es dann im Kühlwagen weiter zu Großhändlern, Einzelhändlern und Großmärkten, wo sie dann frisch verkauft werden können. Meist dauert es keine zwei Tage bis die Rosen von der Plantage im Handel landen.

Wird die Kühlkette einmal unterbrochen, ist nicht gewährleistet, dass die Rosen mindestens eine Woche schön in der Vase stehen. Die Lagertemperatur liegt bei 3-5 C, damit die Blüten sich nicht öffnen und Bakterien keine Chance haben. Die Farmbesitzer behalten von jeder Ernte am Tag (manchmal wird auch dreimal am Tag geerntet) einen Strauß zur Qualitätskontrolle zurück. Sollte ihr Strauß sich länger halten als der im Zielort, ist dies meist ein Indiz dafür, dass die Kühlkette unterbrochen wurde. 10 Minuten direkte Sonneneinstrahlung reichen schon aus, um die Haltbarkeit zu verringern.

Zum Valentinstag 2008 transportierte allein die Lufthansa etwa 250 Tonnen Rosen nach Europa. Drei Jahre später stieg die Zahl auf 700 Tonnen Rosen, was ca. 30 Millionen Blumen entspricht! In ein Frachtflugzeug können 90 Tonnen Rosen geladen werden. Was aufgrund des Volumens im Vergleich zu anderen verderblichen Lebensmitteln mit Obst und Gemüse eher gering ist. Durch verschiedene Projekte, die auch vom WWF gefördert werden, sind der Anbau in Kenia und der Transport nach Europa günstiger und vor allem umweltfreundlicher, als die Produktion vor Ort in Gewächshäusern.

Fröhlichen Valentinstag!

 

Quelle: Dvz.de, zeit.de, statista.com

 



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